Open Circular #Design #Activism

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opencircularity.info/sdc

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Hi,

ich bin Lars Zimmermann – Designer, Künstler und Aktivist aus Berlin. Ich hab eine ganze Reihe von Projekten zum Thema nachhaltiges Design gegründet und mitgegründet. Dazu gleich mehr.

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#SDC

Ich bin wirklich froh hier zu sein und auf Leute zu treffen, die sich für die selben Dinge interessieren wie ich – Design umzudesignen. So lese ich den SDC bzw. diese Hoffnungen verbinde ich damit.

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#Nachhaltiges Design in Deutschland

Ich denke, es ist gut, wenn wir versuchen Design umzudesignen. Denn der Stand nachhaltigen Designs in Deutschland ist meiner Einschätzung nach eher schlecht. Ich war, wie andere SDC Mitglieder auch unter den Finalisten beim ersten Deutschen Nachhaltigkeitspreis Design (DNP) 2020. Und sie haben hinterher allen Finalisten ungefragt und unaufgefordert ein Paket zugeschickt. Darin war unter anderem:

  • ein solider Block Acrylglas auf einer Seite aggressiv beklebt und damit als Werkstoff unbrauchbar gemacht,
  • mit dem Logo des DNP versehene Atemmasken (Corona),

Es ware noch andere Dinge im Paket. Alles keine Vorzeiger für nachhaltiges Design. Die beiden Dinge oben stechen aber heraus.

Talk the talk.

Don’t walk the walk. : – (

Das ist nicht nur hier der Fall, sondern an so vielen anderen Stellen auch.

(Bei der Preisverleihung des DNP fragte der Moderator ein Jury-Mitglied – einen in Deutschland bekannten Designer – wie denn der Stand nachhaltigen Designs in Deutschland sei. Die Frage war so gestellt und aufgebaut, dass am Ende eine Antwort kommen sollte wie: “Ja, es entwickelt sich sehr gut”. Der Designer war aber cool beziehungsweise ehrlich und trotzdem irgendwie diplomatisch und sagte: “Sie meinen, wie weit wir sein könnten, wenn wir tun würden, was wir tun sollten?”)

Ja, es muss echt noch viel viel passieren.

Go #SDC. Go!

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#Meine Arbeit & Vorschläge

Ok. Ich geb euch mal ein paar kleine Einblicke in meine aktuelle und vergangene Arbeit.

1 Projekt: Open Source Circular Economy Days (2015-2018)

Das von außen größte Projekt, das ich bisher vorgeschlagen und dann erfolgreich mit anderen gegründet habe, heißt “Open Source Circular Economy Days”. Darin zeigt sich der rote Faden, der sich durch das meiste meiner Arbeit zieht: Open Source als Treiber für eine Kreislaufwirtschaft.

Die Kreislaufwirtschaft möchte im Grunde eine ganze Reihe neuer Handlungen einführen. Dinge sollen nicht nur produziert, gekauft, konsumiert und entsorgt werden. Nein, jetzt kommen Reparatur, Wieder- und Umnutzung, Refurbishing und Recycling dazu. Die Frage ist, wie können diese neuen Handlungen möglich oder wahrscheinlich gemacht werden – für Profis und Laien – durch Design. Transparenz ist ein Schlüssel. Aber was noch?

Open Source Hardware ist Hardware, deren Baupläne frei verfügbar sind, so dass wir alle sie studieren, modifizieren, weiterverbreiten und umsetzen können – auch kommerziell.” Das ist die Definition von Open Source Hardware. Es geht hier im ersten und wichtigsten Satz explizit um Handlungen im Umgang mit Produkten. (Eine Einführung zu Open Hardware steht hier).

Die Kreislaufwirtschaft braucht neue kreative, produktive Handlungen mit Produkten und Transparenz. Open Source bietet neue Handlungen an und auch Transparenz. Ein perfektes Paar also?


 Was ist Open Source Circular Economy? Explainer Video


Diese Frage haben wir damals in einem globalen Event gestellt. Und über die 3 Jahre, in denen das Projekt richtig lief, haben sich Gruppen in über 100 Städten weltweit gemeldet und lokale Events durchgeführt zu diesem Thema. Die Idee war es, dass all diese Events Hackathons sind, bei denen erste Open Source Circular Design-Produkte entstehen und dokumentiert werden, die dann die Basis für eine offene Weiterentwicklung zu einer “Open Source Circular Economy” sind.

→ Website

(Leider ist die alte extrem umfangreiche und partizipatorische Webseite verschwunden. Aber das Forum steht noch online.)

Aber das Projekt ist gescheitert bzw. irgendwann steckengeblieben. Das hat viele Gründe. Ich nenne nur 2.

Grund 1: Aber “Circular Economy” hat zu diesem Zeitpunkt nicht Designer und Maker angezogen, sondern eher junge Consulter. Und die haben eher eine Plattform gesucht, um sich über Circular Economy auszutauschen. Viel reden, wenig bauen. Maker, Techies und Designer passten irgendwie nicht unter dieses Dach.

Grund 2: Open Source ergibt Sinn für eine Kreislaufwirtschaft. Ja, aber Menschen verstehen Open Source nicht. Sie sind davon abgeschreckt, weil es wie “die geheime Sprache einer Tech-Wizard-Kaste” wirkt, oder sie verbinden falsche Vorstellungen z.B. “alle ist umsonst”. Egal wie gut wir versucht haben, Open Source zu erklären und auch, wie man damit Business macht – wir haben einfach zu viel erwartet. Der Begriff stellt sich als ungeeignet heraus “Design umzudesignen”.

Die Idee ist aber gut, aber die Welt noch nicht bereit? Oder ist das einfach nur der völlig falsche Ansprachston?

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2. Mifactori

Heute geht meine Energie hauptsächlich in den Betrieb und Aufbau eines Studios für Open Circular Design – ja, “Open Circular Design” – so frame ich das jetzt/framen wir das jetzt mit diesem Studio. Wir lassen „Open Source“ einfach fallen als Bezeichnung, nutzen aber die Technik zu 100%.

Grafik aus dem Artikel “Was ist Open Circular Design?”


Das Studio arbeitet an und mit Circularity – es will also auch die Wirtschaftskette umgestalten. Von linear zu zirkulär. Wir gehen dabei aber von der Konsumstelle aus. Wir suchen nach Strategien, von dort die ganze Kette umzugestalten. Also nicht andersrum, wie viele andere das denken.

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Grafik aus dem Mifactori Mission Statement


Kunden gestalten die Kreislaufwirtschaft nicht (allein) durch ihre Kaufentscheidungen mit. Sondern die Produkte und die damit vernüpften Prozesse sind so gebaut – so designt –, dass die Kunden selbst damit mehr echte „Kreislaufhandlungen“ ausführen (können). Oder die Lösungen erlauben es den Kunden direkt selbst, eine Kreislaufwirtschaft „herzustellen“.

Mifactori About Page
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Mifactori Mission Statement


Methoden

Was unser Studio auszeichnet, ist, dass wir nicht nur Methoden für dieses Ziel nutzen, sondern sie auch aktiv (er)finden und beschreiben.

Mifactori hat das halb-geheime Ziel, eine Meta-Design-Agentur zu sein. Wir wollen andere Designagenturen inspirieren und ihnen Ideen geben, wie sie effektiv zirkulär arbeiten können. Es uns also gleichzutun. Für die nachhaltige Umgestaltung unserer Wirtschaft brauchen wir viele viele Designagenturen! Und das ist so ein bisschen das Ziel, andere mitzunehmen #DesignActivism.

Eine kleine Auswahl unserer Methoden für die verbleibende Vortragszeit:

  1. Pre-Use
  2. Berlin Grid
  3. Don’t Invent A New Modular System
  4. Open Licensed & Open Source
  5. City Hacking
  6. Bildung
  7. → Activism →

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3. Aktivismus

Aktivismus hebe ich heute oben mal raus.

Erstmal ist eine der Grunderkenntnisse des Studios, dass der Umbau zu einer nachhaltigen Welt nicht ohne sehr sehr viel Aktivismus geschehen wird. Wer sich wirklich für nachhaltiges Design interessiert, kommt also um eine Auseinandersetzung mit Aktivismus – als Mittel zur Umgestaltung – nicht herum. Darum bietet Mifactori auch kreatives Campaigning an bzw. hat das mit drin in der eigenen Arbeit.

→ Kategorie “Campaigns” 

Vor ein paar Tagen ist auch der Artikel zu “Aktivistischen Unternehmen” fertig geworden und ist jetzt unter “Methoden” zu finden. Der Artikel zeigt Beispiele für aktivistische Unternehmen und für Methoden, die sie nutzen. Und er erklärt, warum wir davon viel mehr brauchen. Er soll sich vor allem an Design-, Kreativ- und Werbeagenturen richten und fordert sie auf, ihren Kunden dabei zu helfen, so zu werden.

→ Artikel “Aktivistische Unternehmen”

Im Herbst habe ich eine kleine Design-Aktivismus-Kampagne versucht namens SELF. Die ist aber krachend gescheitert bzw. hat genau gar keine Resonanz erzeugt. Ich zeig sie euch trotzdem mal.

→ Kampagne “Commissioned By Your Future Self” 
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Und jetzt?

Ok. Und das wäre jetzt meine Frage an den SDC. Das würde mich interessieren. Wenn wir nachhaltiges Design in Deutschland voranbringen woll(t)en, wie machen wir das? Glaubt ihr, dass man vielleicht Aktivismus machen sollte, der sich an DesignerInnen richtet? DesignerInnen zu Aktivisten machen? Wenn ja, wie? Falls nicht, wieso und was dann? Falls doch, wie spricht man sie an? Was nimmt sie mit? Was schlägt man vor?

Und kann der SDC dazu für ein Vehikel sein? Wie kann man so einen Verein nutzen? Welche Möglichkeiten hat er? Haben wir?

 

4. Danke & Newsletter

Danke für die Aufmerksamkeit. Bleibt gern dran. Es wird viel passieren bei Mifactori 2021 und 2022 – z.B. bauen wir eine „gläserne Fabrik“ (°o°) . Der beste Weg dafür ist

\(*^▽^*)ノ

→ unser Newsletter

Aber wir sind auch überall auf Social Media – wenn auch nicht nativ bzw. interaktiv – z.B. auf

→ Instagram,
→ Twitter,
→ LinkedIn.

Danke


Und nochmal der Link zu dieser Seite:

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